Erfahrungsbericht

 

 

Vor Reiseantritt (Mai 2004)

In Singapur werde ich an der National University of Singapore (NUS) studieren. Genauer gesagt belege ich dort ein Programm, dass Master of Laws (Corporate & Financial Services Law) heißt. Wie der Titel besagt,  dient dieses Programm zur Erlangung eines akademischen Grads, der speziell auf internationales Gesellschaftsrecht und Finanzdienstleistungsrecht ausgerichtet ist.

Im Augenblick laufen noch die Vorbereitungen für meine Wohnungsauflösung in Berlin.

 

31.07.2004

Mittlerweile bin ich seit gut einer Woche in Singapur und habe mich hier gut eingelebt. Der erste Tag war allerdings eine Katastrophe. Nachdem ich nach einer 48-stündigen Reise (inklusive 24-stündigem Aufenthalt in Bahrein) endlich in Singapur angekommen war, erfuhr ich im Studentenbüro, dass kein geeignetes Zimmer für mich bereitstünde. Verfügbar waren nur Doppelzimmer ohne Aircon, die direkt an einer Schnellstraße gelegen waren. Nach einigem hin und her habe ich schließlich ein privates Einzelzimmer in einem luxuriösen Appartement bekommen können (Aircon, Pool, Gym, Garage, Wächter, etc.) Meine drei Mitbewohner sind, obwohl Franzosen, sehr nett.

Das Klima hier ist paradiesisch, d.h. 30°C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Der Himmel ist häufig bedeckt, so dass man nicht allzu oft direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Da alle Verkehrsmittel und öffentlichen Gebäude klimatisiert sind, kann man sich jederzeit und überall abkühlen. In den paar Tagen, die ich hier bin, habe ich mich bereits gut akklimatisiert. Daher stellt das Klima keine größere Belastung für da.

Nächste Woche geht an der Uni die Orientierungphase los. Der eigentliche Unterricht beginnt dann die Woche danach. Bis dahin habe ich jedoch noch viel zu tun, denn was die Bürokratie angeht, kann Deutschland Singapur nichts vormachen. Aber die meisten Leute sind hier sehr hilfsbereit und geduldig.

 

02.08.2004

Heute war ich in der Uni um mich einzuschreiben. Das schöne daran war, dass man mich zu erst zur falschen Registratur geschickt hat. Darauf wurde ich jedoch erst aufmerksam, als die freundliche Dame mir, nachdem ich nach drei Stunden Wartezeit endlich an der Reihe war, mitteilte, dass ich falsch wäre. In dem für mich richtigen Büro dauerte die ganze Angelegenheit ganze fünf Minuten. Aber nun zur NUS. Alle Räume sind klimatisiert. Überall gibt es Studienräume, in die man sich zurückziehen kann, um in wirklich ruhiger Atmosphere zu lernen. Diese Räume sind alle hochwertig und modern eingerichtet. Insbesondere das Gebäude der juristischen Fakultät ist sehr luxuriös ausgestattet (viel Leder, Holz und neue Teppiche), wird aber z.Z. noch fertig renoviert. Auf dem Campus verteilt sind wohl mehr als 1000 Plug&Play-Punkte, an die man sich mit seinem Laptop anschließen kann um z.B. im Internet surfen zu können. Die Universität erstreckt sich dabei über mehrere kleine Hügel mit Freiflächen dazwischen, so dass nicht ein Gebäude auf dem anderen hockt, sondern das ganze mit seinen vielen verschlungen Straßen und Wegen eher den Eindrück eines Freizeitparkes macht. Um überall hinzugelangen, gibt es vier universitätseigene Buslinien, die jeweils mit mehreren modernen Reisebussen befahren werden.

Die Studentenschaft setzt sich zu ungefähr gleichen Teilen aus Chinesen, Indern, Einheimischen (Singapurianer und Malaien), sowie Europäern bzw. Amerikaner zusammen. Also eine ziemlich bunte Mischung. Berührungsängste sind hier weit weniger verbreitet als an deutschen Unis. Man kann hier mit fast jeder x-beliebigen Person ganz ungezwungen ein Gespräch anfangen.

 

06.08.2004

Diesmal widme ich mich in meinem Bericht meiner derzeitigen Lieblingsbeschäftigung: dem shopping. Da ich ja schlecht meine 25 Umzugskartons mitnehmen konnte, war ich gezwungen, nur das nötigste für die ersten Tage in Singapur mitzunehmen. Meine erste Tour führte mich dann auch gleich in eine vertraute Umgebung, nämlich zu Ikea. Hier kamen wirklich Heimatgefühle auf, denn Lasse, Billy, Knut etc. stehen hier genau so rum, wie in allen anderen Ikea-Fillialen auf der Welt. Danach galt es meinen Kleiderschrank zu füllen. Hierfür sind die zahlreichen Shopping-Malls erste Wahl. Fast jede dieser Malls ist größer als die Potsdamer-Platz-Arkarden in Berlin/Mitte. Mit dem Unterschied, dass hier Klamotten so ziemlich genau die Hälfte von dem kosten, was sie in Deutschland kosten. Und bekommen tut man hier auch sehr viele westliche bzw. europäische Ware, so z.B. Adidas, Puma, Esprit, Gola, Lacoste. Nur H&M scheint es hier nicht zu geben. Die Verkäufer sind meistens sehr freundlich und zumindest für den Berliner ungewohnt freundlich. Will man nach der Anprobe ein Teil nicht kaufen, wird man sofort abgefangen und es wird einem das Stück abgenommen und zurückgelegt. Und auch wenn man ein Teil kaufen will, wird es einem abgenommen. Denn auch dann hängt die freundliche Dame das Stück wieder auf und holt eine ganz neue, eingeschweisste Ware und bringt diese dann für einen zur Kasse. Und das beste: Es wird anscheinend kein Stück erwartet, dass man selber freundlich ist. Denn das bemerken dieses fleissigen Bienchen meist gar nicht. Hat man sich erstmal daran gewöhnt, so ist shoppen plötzlich sehr entspannt.

 

17.08.2004

Nach dem ich letzte Woche das erste mal das Nightlife in Singapur erkundet habe, will ich heute davon berichten. Donnerstag letzter Woche stand erstmal die Jura-Party ins Haus. Ihr werdet sicher denken, kein guter Start um das Partyleben in einer anderen Stadt zu erkunden. Aber da hier soviels anders als in Deutschland ist, wollte ich herausfinden, ob am anderen Ende der Welt die Jurapartys genauso (schlecht) wie in Deutschland sind. Der Eintritt zu der Party kostete ungefähr 9 €, darin enthalten zwei Drinks. Ganz wichtiger Aspekt. Denn das erste Bier des Abends in einem Straßencafè hat uns 4 € gekostet. Die Party fand im China Black statt, einem relativ schicken Club im 12. Stock eines Hochhauses direkt in der Nähe der Shopping- und Touristenmeile Orchard Road. Mit zwei Finnen und einem Ex-Deutschen (jetziger Österreicher) hatt ich eine gute Partygruppe am Start und die diese Combo aus 4 Weißen bestand waren wir in der Disko schon sehr auffällig. Btw, hier muss man bei jeder Gelegenheit seine Rasse angeben. Sehr gewöhnungsbedürftig. Ich trage da aus Prinzip nichts ein, aber ich glaube, das wird von dem freundlichen Personal ergänzt. Zurück zur Party. Dank langweiliger Mainstream-Musik und mangelnder Kontakbereitschaft war die Party nicht ganz so der Hit, aber alles in allem ganz ok.

Samstag fand dann die Party des GSS (graduierten Verband) statt. Da habe ich dann nen ganzen Haufen netter Studenten kennengelernt. Das war eine sehr offene Veranstaltung. Und wenn man einer der wenigen Weißen ist, dann wird man dauern angesprochen. Aber alles wirklich sehr nette Leute.

Danach sind wir dann ins New Asia gefahren. Natürlich per Taxi, das ist hier nämlich sehr billig. Das New Asia ist anscheinend ein Muss für alle Expats (sprich Ausländer). Der Club liegt in der 70. und damit obersten Etage eines Hochhauses. Hervorragender Blick über die nächtliche Skyline. Mit ca. 10 € Eintritt für örtliche Verhältnisse sehr teuer. Ein kleines Bier kostete 7 €. Aber man kann ja wieder runterfahren, sich zu viert in ein Taxi setzen, zum nächsten 7eleven-Shop fahren, und sich da billiges Bier kaufen :-)

 

13.09.2004

Fast ein Monat ist rum, seit dem ich das letzt Mal einen Bericht hochgeladen habe. Es war allerdings nicht so, dass nichts pasiert wäre. Im Gegenteil, die Uni hält mich hier so auf Trab, dass ich zu nichts anderem mehr komme. Mein durchschnittlicher Uniaufenthalt beträgt mittlerweile 50 Stunden die Woche. Und zu hause muss ich natürlich auch noch arbeiten. Daneben habe ich mir auch ein rundes Sportprogramm zusammengstellt. Durch Zufall ist in meinem Programm nämlich einer der wenigen Savate-Trainer Deutschlands. Und so kann ich hier in Singapur weiter trainieren. Außerdem hat die Uni ein reichhaltiges Sportangebot. Vor allem schwimmen gehe ich oft. Die Folge ist allerdings, dass ich eigentlich jeden Tag von 09:00 bis 21:00 unterwegs bin. Aber ich will mich nicht beschweren.

Vor zwei Wochen habe ich übrigens meine erste wichtige Konferenz besucht: Den "ASEAN 2004 Roundtable". Tolle Erfahrung! Die Konferenz fand in einem guten Hotel in der Innenstadt statt. Anzug war Pflicht. Auch wir Studenten wurden für voll wahrgenommen und die Referenten hat unsere Meining zu verschiedenen Aspekten interessiert. Man konnte so ganz ungezwungen mit Wissenschaftlern und Praktikern ins Gespräch kommen, und, was ja hier sehr wichtig ist, sein Kontakte-Netzwerk aufbauen.

Nächste Woche ist Midterm-Break, d.h. wir haben eine Woche frei. Genauer gesagt nur 4 Tage, denn Freitag ist wieder Unterricht. Keine Ahnung, wer sich so einen Schrott ausgedacht hat. Ich werde jedefalls die Zeit sinnvoll nutzen und nach Malaysia rüberfahren um einen Tauchschein zu machen. Ein bisschen Spaß muss schließlich auch mal sein!

 

24.09.2004

Gestern bin ich von Tioman in Malaysia aus meinem midterm break zurückgekehrt. Ich war mit vier Kollegen aus meinem Programm unterwegs. Tioman liegt im Südosten von Malaysia und gilt als eine der zehn schönsten Sandstrandinseln. Auch wenn das heute vielleicht nicht mehr zutreffen mag, bietet Tioman doch alles, was man von einer tropischen Insel erwarten kann: türkisfarbenes Wasser, stahlblauer Himmel, weißer Sandstrand, Fischerboote, niedliche Küstendörfer, farbenprächtige Korallenriffe und massenweise bunte Fische. Hinzu kommt, dass der Malaysier an sich nicht gerade zur Hektig neigt. Alles läuft gemütlich und entspannt ab. Niemand rennt umher. Ein einfaches Frühstück im Strandbistro dauert mindestens eine Stunde. Da kann sich auch der stressgeplagteste Europäer erholen. Aber wie das so ist, so ganz konnte ich nicht vom Stress lassen und habe mit einer Freundin zusammen einen Tauchschein (PADI Openwater Diver) gemacht. Wir haben das an drei Tagen durchgezogen, d.h. wir haben mehrere Tauchgänge zusammen gelegt und waren jeden Tag zweimal je 1 1/2 Stunden unter Wasser. Das war recht anstrengend, aber sonst hätten wir das in der Kürze der Zeit nicht hinbekommen. Ansonsten waren wir noch schnorcheln und haben den Rest der Zeit am Strand, in Bistros oder in einer der beiden Bars abgehangen. Nach fünf Tagen hatten wir so mindestens 40 Leute kennengelernt, was in etwa 1/4 der Leute im Dorf entsprach. Alles in allem war der Trip sehr erholsam und spannend zugleich, weil Malaysia ein echtes Kontrastprogramm zu Singapur ist.

Dieses Wochenende muss ich mich aber wieder voll in die Arbeit schmeissen, da ich nächste Woche zwei Assignments abgeben muss. Aber die nächste Tour nimmt schon gestalt an ...

 

02.11.2004

Nach längerer Pause habe ich endlich mal wieder Zeit gefunden ein bisschen an meinem Reisebericht zu werkeln. Der Tag heute dient nämlich der Rekonvaleszenz. Am Wochenende bin ich mit ein paar Freunden nach Bangkok geflogen. Ein Freund aus Bangkok hatte uns zur größten Halloween-Party Bangkoks eingeladen. Die Party wurde von der Universität veranstaltet und hatte defenitiv alles was eine ordentlich Party braucht: Tolles Wetter (28°C), Pool, Live-Bands, hunderte Partywillige, günstige Cocktails (ca. 1€), Verlosungen, Partyspiele, FHM-Girls und und und. Den Tag vor der Party haben wir uns Bangkok bei Nacht auf eigene Faust angeschaut. Da haben wir allerdings nur die dunklen Seiten der Stadt gesehen, d.h. Dreck, Drogenmißbrauch und Prostitution. Da wir nur das Wochenende in der Stadt waren haben wir uns leider keine kulturellen Sehenswürdigkeiten anschauen können. Aber dafür haben wir dank unseres thailändischen Freundes viele nette Leute und Bars kennengelernt :-)  Und ich werde ich auf jeden Fall im Dezember nochmal nach Bangkok fahren und mir dann mehr Zeit für die Stadt nehmen.Zurückgekehrt sin wir Montagmorgen. Dank Verspätung des Flugzeugs sind wir erst um 11 Uhr gelandet. Um 12 Uhr hatten wir bereits ein final exam in der Uni, das wir gerade so noch pünktlich erreicht haben. Danach bin ich dann erstmal ins Bett gefallen. Das ist dann auch der Grund warum ich heute einen ruhigen Tag einlege. Man wird ja schließlich nicht jünger.

Ansonsten neigt sich das Semester jetzt dem Ende zu. Dies ist schon die letzte Vorlesungswoche. Ende des Monats sind dann die letzten exams. Gott sei Dank! Meine Kurse für's nächste Semester habe ich bereits gewählt. Ich hoffe, dass ich dann etwas weniger zu tun habe. Wettertechnisch ist hier mittlerweile der Winter ausgebrochen, oder vielmehr die Regenzeit. Es regnet jetzt regelmäßig drei mal am Tag und den Rest des Tages ist es meistens bewölkt. Die Temperaturen sind auf 29°C zurückgegangen. Dafür steigt die Luftfeuchtigkeit dann bisweilen auf nasse 95% an. Irgendwie fange ich an, das Wetter in Deutschland zu vermissen.

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12.01.2005

Nach meiner Urlaubsreise über Weihnachten und Neujahr bin ich nun wieder zurück in Singapur. Im Dezember war ich mit meinee Freundin in Inodensien, Malaysia und Thailand unterwegs. Die ersten Urlaubstage haben wir auf Bintan in Indonesien in einem schicken Beach-Ressort(*****) verbracht. Da haben wir dann einfach am Pool und am Strand abgehangen und uns von vorne bis hinten bedienen lassen. Danach sind wir nach Singapur zurückgekehrt um noch ein bisschen Sightseeing zu betreiben. Danach ging es weiter nach Malaysia. Die erste Station war Melakka, eine alte portugisische, holländische und schließlich britische Kolonialstadt. Viele alte Kolonialbauten und -ruinen. Die nächste Station war Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias. Viel Urlaubsstimung kam hier nicht auf, denn die Stadt ist laut, schmutzig und schwül. Zur Erholung sind wir von KL nach Tanah Ratah in den Cameron Highlands gefahren. Die Highlands liegen ca 1.500 Meter hoch und das Klima ist feucht, aber angenehm kühl (ca. 20°C). Hier haben wir eine Teeplantage besichtigt und Dschungeltouren unternommen. Guter Rat am Rande: Niemals selber ohne vernüftige Karte und Kompass in den Urwald gehen, auch wenn es angeblich gute Wanderwege gibt! Von hier aus sind wir übernacht mit dem Bus nach Tapah (Malaysia), Hat Yai (Thailand) und schießlich nach Krabi gefahren. Krabi ist der Hafen von dem man auf die ganzen Inseln im Südwesten von Thailand kommt, z.B. Phuket, Ko Phi Phi, Ko Lanta etc.). Ursprünglich wollten wir nach Ko Phi Phi, aber der örtliche Reiseagent meinte, dass die Insel sehr überlaufen wäre, und hat uns deshalb Ko Lanta empfohlen. Unser Bungalow Ressort aud Ko Lanta war dann auch tatsächlich sehr ruhig gelegen und trotz viel Komfort halbwegs preiswert. Ja, das war dann für 1 1/2 Tage unser Paradies: Tiefblauer Himmel, smaragdgrünes Wasser, gelber Sandstrand, vorgelagerte Inseln, billiges Essen und Ruhe. Am ersten Tag haben wir uns den Wind durch die Haare wehen lassen, als wir auf unserem 125cc-Moped die Insel und sämtliche Aussichtspunkte erkundet habe. Für den zweiten Tag (26.12.) hatten wir eine Schnorcheltour nach Ko Rok gebucht, der Geheimtip fürs Schnorcheln und Tauchen. Irgendwie war aber das Wasser wie leergefegt und wir haben nur einige wenige Fische gesehen, als dann plötzlich eine extrem starke Unterwassströmung einsetzte und mit einem Mal nichts mehr zu sehen war. Der letzte Blick, den ich schwimmend auf den Meeresboden warf, machte mir klar, dass wir mit atemberaubender Geschwindigkeit durchs Wasser getrieben wurden. Dann kam auch schon das Signal zurück ins zu Boot kehren. Auch die anderen Boote mit Touristen fingen an ihre Leute aus dem Wasser zu fischen. Dank Rettungsleinen gelang es schließlich auch die letzten Leute (die mittlerweile in Panik geraten waren) aufzunehmen. Zunächst herrschte ratlose Stimmung an Board: Aich die Bootsführer hatten so eine starke Strömung, die fast die Ankerkette zum reißen gebracht hat, noch nie beobachtet. Schließlich haben wir die Tour abgebrochen und kehrten dann nach Ko Lante zurück. Die ganze Insel war umgeben von Bruchstücken, Treibholz und Styropor, die vor unserer Abfahrt am morgen defintiv nicht da waren. Zurück im Hafen sahen wir dann, dass die meisten Piers zerstört waren und viele Boot im Hafen gesunken waren. Hier wurde dann klar, dass es eine große Flutwelle gegeben hat. Auf dem Weg zu Hotel sahen wir kleinere Boote auf der Straße liegen, Pickup-Trucks, die auf dem Dach im Straßengraben lagen, zerstörte Holzbungalows und unzählige Touristen mit ihrem Gepäck auf der Straße. An unserem Ressort angekommen mussten wir feststellen, dass die meisten Anlagen an Strand zerstört/verschwunden waren. Alle Wege waren mit Sand, Schlamm, Steinen und Unrat bedeckt. Wir wurden sofort in die Berge evakuiert, aus Angst vor weiteren Flutwellen. Nach einer Nacht in unserer Notunterkunft kehrten wir in unseren Bungalow zurück, der Gott sei Dank die Flutwelle überstanden hatte. Hier verbrachten wir dann als einzige Gäste die nächsten zwei Tage. Mittlerweile hatte ich auch noch eine Magen-Darm-Grippe. Nachdem ich dann wieder reisefähig war, sind wir noch für ein paar Tage nach Bangkok geflogen. Hier haben wir uns noch die wichtigsten Tempel angesehen, bevor wir uns dann entschlossen haben den Urlaub abzubrechen. Eigentlich stand ja noch Cambodia auf dem Programm, aber die letzten Tage auf Ko Lanta waren einfach zu stressig und wir waren zu erschöpft für zwei weitere Tage im Bus. So sind wir dann vorzeitig zurück nach Singapur geflogen und haben uns dann hier wieder etwas erholt.

An diesem Montag hat mein zweites Semester angefangen und gestern ist Karen wieder zurück nach Deutschland geflogen. Nun sitze ich wieder allein in der Bibliothek und studiere fleissig.

Aber: Die netten Kollegen sind ja auch wieder alle da, und diese Woche sind schon bereits vier Partys angesetzt :-)